2015-4 November 2015

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BETRIFFT FRIEDEN Nr. 5 / 2015


Informationsblatt

der Christinnen u. Christen für die Friedensbewegung - Nr. 4/2015

Liebe Friedensfreundin, lieber Friedensfreund,

das nächste Treffen findet am

 Sonntag, dem 22. November 2015 in der Evang. Pfarrgemeinde H.B. Wien-West,
1150 Wien, Schwegler Straße 39 (U3 „Schwegler Straße“) statt.

Das Treffen beginnt um 14:30 Uhr.

Die Direktorin der Katholischen Sozialakademie Dr.in Magdalena Holztrattner spricht um 16:00 Uhr überDie neue Umweltenzyklika von Papst Franziskus und seine prophetische Wirtschaftskritik“.

Am Sonntag, dem 3. Jänner 2016 gibt es um 18:00 Uhr einen Friedensgottesdienst zum Thema „AusländerInnen und Flüchtlinge“ mit Kaplan Franz Sieder im Wiener Stephansdom.

Das neue Informationsblattes mit den Schwerpunkten:

Unser gemeinsames Haus: Gabe und Aufgabe, L audato si´ von Papst Franziskus
Österreichs Neutralität hat Zukunft!
Solidarität mit Flüchtlingen, Predigt von Kaplan Franz Sieder

 

Unser gemeinsames Haus: Gabe und Aufgabe
Laudato si´ von Papst Franziskus

Auf dem Weg zu einer nachhaltigen Welt, in der allen Menschen ein Leben in Würde ermöglicht wird, schlägt der Papst in seiner Sozialenzyklika “Laudato si´” vier Handlungskriterien vor. Franziskus insistiert schon seit Längerem auf diesen Handlungskriterien. Sie finden sich bereits in Evangelii Gaudium (2013). Dies spricht für die Bedeutung, die er ihnen beimisst.

Wie könnten wir diese vier Handlungskriterien im Alltag anwenden? Einige Impulse:

1) Die Wirklichkeit ist wichtiger als die Idee.

Das Kriterium

Bildung und Wissen sind Mittel, um soziale Entwicklungsprozesse besser zu verstehen. Sie ermöglichen es, aus der Per­spektive einer ganzheitlichen Ökologie richtige Prioritäten zu setzen. Auffassungen und Ansätze, die nicht dazu dienen, eine nachhaltige Entwicklung und ein würdiges Leben für alle Menschen  zu ermöglichen, stehen bloß im Dienste ungerechter Machtverhältnisse und sind daher zu verwerfen.

Franziskus’ Beispiele

„Die menschliche Freiheit ist in der Lage, die Technik zu beschränken, sie zu lenken und in den Dienst einer anderen Art des Fortschritts zu stellen, der gesünder, menschlicher, sozialer und ganzheitlicher ist. (...) Die echte Menschlichkeit, die zu einer neuen Synthese einlädt, scheint inmitten der technologi­schen Zivilisation zu leben – gleichsam unmerklich, wie der Nebel, der unter der geschlossenen Tür hindurchdringt. Wird sie trotz allem eine fortwährende Verheißung sein, die wie ein zäher Widerstand des Echten hervorsprießt?“ (LS 112)

„Die Schwere der ökologischen Krise verlangt von uns allen, an das Gemeinwohl zu denken und auf einem Weg des Dialogs voranzugehen, der Geduld, Askese und Großherzigkeit erfordert, immer eingedenk des Grundsatzes: »Die Wirklichkeit steht über der Idee.«“ (LS 201)

Für die Reflexion

  • Welche Auffassungen und Ansätze sollten wir aufgeben, da diese weder die soziale Realität erklären noch helfen, diese zu verbessern?
  • Wo/wie können wir einen “zähen Widerstand des Echtens” praktizieren?
  • Wie könnten wir mit wem Dialog und Zusammenarbeit bestärken?

2) Das Ganze ist dem Teil übergeordnet.

Das Kriterium

Alles ist verbunden. Soziale und ökologische Fragen können nicht getrennt werden. Partielle Reflexionen über sozio-ökologische Prozesse führen dazu, falsche Handlungsprioritäten zu setzen und fördern nur die Interessen weniger Menschen.

Franziskus’ Beispiel

„Auf der anderen Seite neigt das Wirtschaftswachstum dazu, Automatismen zu erzeugen und zu »homogenisieren«, mit dem Zweck, Abläufe zu vereinfachen und Kosten zu verringern. Daher ist eine Wirtschaftsökologie notwendig, die in der Lage ist, zu einer umfassenderen Betrachtung der Wirklichkeit zu verpflichten. Denn »damit eine nachhaltige Entwicklung zustande kommt, muss der Umweltschutz Bestandteil des Entwicklungsprozesses sein und darf nicht von diesem getrennt betrachtet werden«[1]. Doch zugleich wird die dringende Notwendigkeit des Humanismus aktuell, der von sich aus die ver­schiedenen Wissensgebiete – auch das wirtschaftliche – zusammenführt, um eine umfassendere wie integrierendere Perspektive zu erhalten. Heute ist die Analyse der Umweltprobleme nicht zu trennen von einer Prüfung des menschlichen Umfelds, des familiären Kontextes, der Arbeitsbedingungen und der urbanen Verhältnisse sowie der Beziehung jedes Menschen zu sich selbst, welche die Weise bestimmt, wie er mit den anderen und mit der Umwelt in Beziehung tritt. Es gibt eine Wechselwirkung zwischen den Ökosystemen und den verschie­denen sozialen Bezugswelten, und auf diese Weise zeigt sich ein weiteres Mal, dass das Ganze dem Teil übergeordnet ist. (LS 141)

Für die Reflexion

  • Welche Mittel brauchen wir, um eine “integrierende Perspektive” zu gewinnen und zu erhalten?
  • Wo sehen wir Widersprüche zwischen ökologischen und sozialen Fragen? Wie könnten wir diese Widersprüche überwinden?

3) Die Zeit ist mehr wert als der Raum.

Das Kriterium

Dies zeigt sich insbesondere in einem strukturellen Widerspruch der Politik: Aktuelle Probleme verlangen nach gut ge­planten, mittelfristig entwickelten, manchmal ungeliebten Maßnahmen. Diese werden aber aus kurzsichtigen Gründen nicht getroffen.

Franziskus’ Beispiel

„Das Drama der auf unmittelbare Ergebnisse ausgerichteten politischen Planung, die auch von Konsumgesellschaften ver­treten wird, führt zu der Notwendigkeit, kurzfristig Wachstum zu erzeugen. Mit Rücksicht auf die Wahlen setzen die Regierungen sich nicht leicht der Gefahr aus, die Bevölkerung mit Maß­nahmen zu verärgern, die dem Konsumniveau schaden oder Auslandsinvestitionen gefährden können. Die Kurzsichtigkeit beim Aufbau der Macht bremst die Aufnahme eines Umweltprogramms mit weiter Perspektive in die öffentliche Tagesordnung der Regierungen. So vergisst man, dass »die Zeit mehr wert ist als der Raum«[2]; dass wir immer dann fruchtbarer sind, wenn wir uns mehr darum kümmern, Prozesse auszulö­sen, als Räume der Macht zu beherrschen. Die politische Größe zeigt sich, wenn man in schwierigen Momenten nach bedeutenden Grundsätzen handelt und dabei an das langfristige Gemeinwohl denkt. Diese Pflicht in einem Projekt der Nation auf sich zu nehmen, kostet die politische Macht einen ho­hen Preis.“ (LS 178)

Für die Reflexion

  • Wie und wo sollten und könnten wir Prozesse starten, die das Leben fördern, erhalten?
  • Welche Räume der Macht versuchen wir zu beherrschen und sollten wir verlassen?

4) Die Einheit wiegt mehr als der Konflikt.

Das Kriterium

Dieses Kriterium wirft ein Licht auf Situationen, in denen zwei oder mehrere Parteien streiten statt zu kooperieren. Wie etwa politische Institutionen und wirtschaftliche Unternehmen, die einander die Verantwortung für Armut und Umweltzerstörung zuschieben.

Die Einheit, die hier gemeint wird, ist keine falsche Harmonie, sondern vielmehr der Konsens und die Zusammenarbeit, die ermöglicht werden, wenn individuelle Interessen überwunden werden.

Konflikte dürfen in diesem Zusammenhang nicht mit notwendigen Konfrontationen verwechselt werden. Denn kritisiert werden hier bloße Machtkämpfe.

Franziskus’ Beispiel

„Die Politik und die Wirtschaft neigen dazu, sich in Sachen Armut und Umweltzerstörung gegenseitig die Schuld zuzuschie­ben. Was man jedoch erwartet, ist, dass sie ihre eigenen Fehler erkennen und Formen des Zusammenwirkens finden, die auf das Gemeinwohl ausgerichtet sind. Während die einen nur ver­zweifelt nach wirtschaftlicher Rendite streben und die anderen nur besessen darauf sind, die Macht zu bewahren oder zu stei­gern, haben wir als Ergebnis Kriege oder unlautere Vereinba­rungen, bei denen es beiden Teilen am wenigsten darum geht, die Umwelt zu schützen und für die Schwächsten zu sorgen. Auch hier gilt: »Die Einheit steht über dem Konflikt.«“ (LS 198)

Für die Reflexion

  • Was kann uns helfen, unsere eigenen persönlichen Interes­sen zu erkennen und zu benennen?
  • Wie können wir lernen, diese persönlichen Interessen in das Gemeinwohl zu integrieren?
  • Welche Einheit / wo / mit wem sollten wir anstreben?

TIPP:
Laudato si´- Sozialenzyklika von Papst Franziskus im Volltext: www.klimapilgern/laudatosi
15 seitiger Kommentar: www.klimapilgern/ksoe


[1]  Rio-Erklärung über Umwelt und Entwicklung, (14. Juni 1992), Grundsatz 4.
[2]  Apost. Schreiben Evangelii gaudium (24. November 2013), 222: AAS 105 (2013), S. 1111.

 

Wiener Friedensbewegung zum 60. Geburtstag der Neutralität:

Österreichs Neutralität hat Zukunft!

Am 26. Oktober 1955 hat der Nationalrat das Bundesverfassungsgesetz über die Neutralität Österreichs beschlossen: "Die Friedensbewegung hat immer schon gefordert, dass Neutralitätspolitik als aktive Friedenspolitik  zu verstehen sei und die Hauptpunkte des Neutralitätsgesetzes zu repräsentie­ren habe: kein Beitritt zu Militärbündnissen und keine Stützpunkte in Österreich", sagte Andreas Pecha, Sekretär des Wiener Friedensbewegung

Die größte Gefahr für die immerwährende Neutralität sieht die Wiener Friedensbewegung in der Militarisierung der Europäi­schen Union. Daher fordert die Wiener Friedensbewegung den Austritt Österreichs aus der Europäischen Rüstungsagentur und den sofortigen Ausstieg aus den EU-Battle­groups.

Vor über 30 Jahren, am 22. Oktober 1983 gingen 100.000 Menschen in Wien mit den Forderungen „Entrüstet euch! Keine neuen Atomraketen! Für ein atomwaffenfreies Europa!“ auf die Straße. "Ein positives Beispiel für aktive Neutralitäts- und Friedenspolitik ist das außenpolitische Engagement für eine atomwaffenfreie Welt mit den ‚Humanitarian Pledge‘, der aktuell von 121 Staaten unterstützt wird. Wien ist wieder ein Treffpunkt für internationale Verhandlungen. Das muss ver­stärkt weitergeführt werden!", meinte Andreas Pecha von der Wiener Friedensbewegung.

Die Wiener Friedensbewegung unterstützte die Aktion Plattform 60 Jahre Neutralität „Frieden und Neutralität statt EU-Militarisierung!" beim Wiener Burgtheater.

 

Kaplan Franz Sieder
Solidarität mit Flüchtlingen
Predigt in Amstetten - St. Stephan am 21. Juni 2015

Es ist schon über 20 Jahre her als ich den berühmten öster­reichischen Psychiater Erwin Ringel nach Amstetten einge­laden habe, um einen Vortrag zu halten zum Thema „AusländerInnenproblematik“. Er hat im Hotel Gürtler vor 300 Zuhöre­rinnen und Zuhörern gesprochen.

Ich erinnere mich noch genau an einen Satz, den er damals gesagt hat. Der Satz heißt: „Wir müssen die Ängste der Men­schen bei uns ernst nehmen.“ Ich bekenne mich auch zu die­sem Satz und ich möchte daher einmal konkret die Frage stellen: Was sind die Ängste der Österreicherinnen und Österreicher – der Amstettnerinnen und Amstettner vor den AusländerInnen. Seit Professor Ringel in Amstetten war, sind die Ängste bezüglich der AusländerInnen noch größer ge­worden, weil sich die Zahl der Flüchtlinge noch vermehrt hat und heute niemand sagen kann, wann und ob dieser Flücht­lingsstrom abreißt. Was sind die Ängste konkret? Als erstes meine ich einmal die Angst vor dem Identitätsverlust – die Angst, dass einmal die AusländerInnen das öffentliche Leben zu sehr dominieren. Bei solchen, die Kinder in der Schule ha­ben, ist die Angst, dass durch die Ausländerkinder das schu­lische Niveau gedrückt wird. Als Arbeiterseelsorger muss ich auch feststellen, dass bei vielen Arbeiterinnen und Arbeitern eine subtile AusländerInnenfeindlichkeit vorhanden ist. Bei ihnen ist die Angst, dass sie ihnen die Arbeitsplätze wegneh­men und dass durch die ausländischen ArbeiterInnen das Lohnniveau gedrückt wird, weil sie bereit sind, zu allen Be­dingungen zu arbeiten. Es gibt da das Wort: „Der glückliche Sklave ist der größte Feind der Freiheit.“ Sie sind glücklich, weil sie überhaupt eine Arbeit haben. Es sind sicher noch viele andere Ängste da, die ich aufzählen könnte. Wir sollen diese vorhandenen Ängste nicht einfach in den Wind blasen, sondern wir sollen sie einmal ernst nehmen. Der Herr Strache versucht aus diesen Ängsten politisches Kapital zu schlagen und darum schürt er diese Ängste noch viel mehr. Wir können auch nicht alle Ängste auflösen, die das sind, oder sie weg­diskutieren. Wir müssen uns  diesen Ängsten auch stellen und teilweise müssen wir auch lernen, mit diesen Ängsten zu leben. Manche dieser Ängste sind auch unbegründet, aber sicher nicht alle.

Wie soll ein Christ / eine Christin mit dem AusländerInnenproblem umgehen= Wie sollen wir persönlich damit umge­hen? Und wie sollen wir uns verhalten zu den AusländerInnengesetzen, die gemacht wurden?

Die meisten von Ihnen wissen, wie christliches Handeln sein sollte. Wir haben dieses klassische Evangelium vom barm­herzigen Samariter gehört. Was möchte uns hier Jesus sa­gen? Ich denke, dass das jede und jeder versteht. Du sollst an einem Menschen, der wundgeschlagen wird und in Not ist, nicht vorübergehen. Du sollst ihm nach deinen Möglichkeiten helfen. Genau das ist das, was wir Empathie nennen. Empa­thie ist die Bereitschaft der Menschen, auch am Leid der an­deren Anteil zu nehmen. Wir könnten auch sagen: das gelebt oder nicht gelebte Liebe. Am Ende wird ein Mensch einmal von Gott danach beurteilt, ob er / sie die Liebe gelebt hat oder ob er / sie sie nicht gelebt hat. Eine entscheidende Frage, der wir nicht ausweichen dürfen, ist daher auch in der unserer gegenwärtigen Situation: Hast du ein Herz für die Leiden und Nöte der Ausländerinnen und Ausländer sowie der Flüchtlinge oder bist du eher ein AusländerInnenhasser?

Auch unser Sündenbegriff orientiert sich in erster Linie an dieser Gesinnung. Der Theologe Metz sagt: „Sünde ist nichts anderes als die Verweigerung der Menschen, am Leid des anderen Anteil zu nehmen.“ In der sogenannten Weltgerichtsrede identifiziert sich Jesus sogar mit den Fremden und er sagt: „Ich war fremd und du hast mich aufgenommen oder nicht aufgenommen.“ So wie es nicht immer leicht ist, Fremde aufzunehmen, so ist es in anderen Bereichen auch nicht immer leicht und lustvoll, die Liebe zu leben.  Vom heiligen Franz von Assisi stammt der Satz: Wenn Menschen anders sind, als du es dir wünscht, was du dann an Geduld und an Dienst aufbringst, das bist du – nicht mehr und nicht weni­ger.“

 In dieser Woche war in den OÖ Nachrichten zu lesen, dass der oberösterreichische Landeshauptmann Pühringer plötz­lich einen Schwenk gemacht hat und er für das Aussetzen der Asylverfahren und für das „Dichter-Machen“ der Grenzen ist. Man war von ihm eine solche Einstellung nicht gewohnt. Es ist populistisch, weil die Landtagswahlen vor der Türstehen und er Angst hat, dass er zu viele Wählerinnen und Wähler an die Freiheitlichen verliert. In der Zeitung hat ihn der Caritasdirektor und der Präsident der Katholischen Aktion an sein Christsein erinnert, weil er ja auch einmal Religions­lehrer gewesen ist. Sie richteten ihm aus, dass eine ausländerInnenfeindliche Gesinnung mit dem Christsein unvereinbar ist. Der Präsident der Katholischen Aktion sagte ihm: „Christ soll man nicht nur sein, wenn die Sonne schein.“

Wir haben es uns nicht ausgesucht, in welcher Zeit wir leben wollen. Unsere Vorfahren haben in der Zeit zweier Weltkriege gelebt und sie haben diese Herausforderung angenommen und haben versucht, ihr Christsein / Christin-Sein in dieser schweren Zeit zu leben. In unserer Zeit ist halt die Flüchtlingsproblematik eine Realität und eine Herausforderung für uns. Wegschauen ist unchristlich – es ist auch zu wenig, nichts gegen Flüchtlinge zu haben. Als Christinnen und Christen sollen wir nachdenken, wie wir mit unseren Möglich­keiten denen, die verwundet am Rand der Straße liegen, helfen und beistehen können. Die leichtere Hilfe ist, ihnen mit Liebe und Toleranz zu begegnen – ihnen Gastfreundschaft zu schenken und ihnen auch materiell zu helfen, wenn wir dies können. 

Der schwierigere Weg des Helfens ist die Räuberbekämpfung. Martin Luther King hat das gesagt in Bezug auf das Gleichnis vom barmherzigen Samariter. Er meinte, dass Nächstenliebe in der Intention von Jeus nicht nur darin be­steht, dass wir denen helfen, die ausgeplündert und verwun­det auf der Straße unseres Lebens liegen. Nächstenliebe im Sinn von Jesus heißt auch Räuberbekämpfung. Wir sollen die Räuber und Gauner bekämpfen, die die Menschen zur Flucht  zwingen. Wenn ich diese Räuber heute benenne, dann sind das einmal die Leute der Rüstungsindustrie und des Waffenhandels, die ein Interesse haben, das es Krieg gibt. Zu den Räubern zähle ich auch manche fanatische Islamprediger, die den Menschen einen falschen Gott verkünden – einen, der sie animiert zum Töten. Zu den Räubern zählt auch das un­menschliche neoliberale Wirtschaftssystem, das die Un­gleichheit in der Welt schafft, weil es die reichen Länder be­vorteilt und die armen Länder immer mehr in die Armutszone hineintreibt, sodass die Menschen dort keine andere Chance mehr haben, als zu flüchten, weil sie in ihrem eigenen Land keine Zukunft sehen. Niemand verlässt seine / ihre Heimat leichtfertig und flieht aus Jux und Tollerei, sondern nur, weil sein Leben durch Krieg oder Hunger bedroht ist. Die Welt ist tatsächlich ein schiefes Fußballfeld, wo die einen bergaufspielen müssen und die anderen spielen bergab. Wir in Österreich gehören zu denen, die bergab spielen. Die Men­schen in den Ländern, aus denen die Flüchtlinge kommen, müssen bergauf spielen. Millionen von Menschen sterben jedes Jahr den Hungertod auf den Schlachtfeldern des Kapita­lismus und Millionen von Menschen fliehen jedes Jahr, um dem Hungertod zu entkommen. Es ist zynisch und unfair, alle diese Flüchtlinge als Wirtschaftsflüchtlinge zu bezeichnen und sie wieder zurückzuschieben. Ich bin sehr glücklich, dass auch Papst Franziskus diese unmenschlichen, weltweiten Wirtschaftsstrukturen demaskiert und sagt, dass diese Wirt­schaft tötet. Es ist gelebtes Christentum, wenn wir den Flüchtlingen mit Wohlwollen, Toleranz und Hilfsbereitschaft begegnen. Es ist noch eine höhere Dimension des gelebten Christentums, wenn wir uns auch einsetzen für gerechtere Weltstrukturen – für eine Umverteilung von Reich zu Arm, für eine Politik, von der nicht die Reichen, sondern die Armen profitieren. Wir sollen an einer Zukunft arbeiten, wo niemand mehr fliehen muss, wo alle Menschen der Erde in einem Land leben können, wo ein menschenwürdiges Leben möglich ist. Wenn wir caritativ den Flüchtlingen helfen, gehen wir auch den Weg Jesu – wir gehen aber den Jesu dann auf einer ebenen Straße. Wenn wir uns einsetzen, dass unsere Welt gerechter wird und die Unrechtsstrukturen beseitigt werden, dann wir werden wir in der ganz sicher zu Außenseiterinnnen und Außenseitern, dann gehen wir mit Jesus bergauf – viel­leicht bergauf nach Golgatha. 

Buchtipp: Franz Sieder: Gegen den Strom
Das Buch „Gegen den Strom – Politische Predigten und Reden, Band 3“ kann bei der Solidarwerkstatt Linz, 4020  Linz, Walterstraße 15, office@guernica-ver­lag.at , Euro 17, bestellt werden.

 

Termine & Infos

Dr. Thomas Roithner: Schöne Götterfunken?
Sicherheitsinteressen, aktive Friedenspolitik, die internationale Unordnung und die militärische Entwicklung der EU

Das neueste Buch des Friedensforschers Dr. Thomas Roithner behandelt die  Europäische Union, die an mehreren Fronten kämpft. Buchstäblich und im übertragenen Sinn. Sie steckt in zahlreichen militärischen Auslandsein­sätzen, zappelt in der Grätsche zwischen Vermittlerin und Konfliktpartei in der Ukraine und dekliniert Migrationspolitik im Mittelmeer zunehmend militärischer. Die uneinige Außenpolitik der EU 28 offenbart sich an zahlreichen geostrategischen und damit einhergehend auch geoökonomischen Fragen. Wie soll eine neue EU - Sicherheitsstrategie im Spannungsfeld zwischenglobalem Interventionismus und postulierter Friedensmacht aussehen? Wie glaubwürdig ist die atomare Abrüstungspolitik mit zwei Nuklearwaffenstaaten in den eigenen Reihen? Was tun, wenn die BRICS-Staaten als „Gegenmacht“ zum Westen enger kooperieren? Wie soll die internationale Ordnung in einigen Dekaden aussehen? Welche Beiträge leistet Österreich und was könnte es leisten? www.thomasroithner.at

Paperback, 148 Seiten, ISBN 978-3-99049-493-6, € 9,90
oder Hardcover, 148 Seiten, ISBN 978-3-99049-493-3, € 19

 

KAB Vesper
Die Vesper der Katholischen ArbeitnehmerInnenbewegung St. Pölten findet jeden letzten Sonntag im Monat um 19:00 Uhr (Achtung: NEUER Beginn) im Jugendhaus Schacherhof in Seitenstetten (Bezirk Amstetten) statt.

 

Die Friedensinitiative 22
trifft sich immer am zweiten Dienstag im Monat um 19:00 Uhr in der Donau­citykirche, 1220 Wien, Donaucitystr. 2, U1 Kaisermühlen-VIC:
Di., 15. Dez., Syrien muss leben, Dr. Leo Gabriel
Di., 12. Jänner 2016, Der automatisierte Tod – neue Waffensysteme, neue Gefahren, Fred Sauer (OMEGA-IPPNW)
Di., 9. Feb., Spuren ins Heute – Texte und Lieder zum 80. Todestag von Karl Kraus, mit Ernst Toman

 

ACUS Amstetten
Montag, 23. November, 19:30 Uhr, Sumaya Farhat-Naser, „Israel-Palästina-Konflikt: Ist ein Friede möglich?“, Rathaussaal, 3300 Amstetten, Rathaus­straße 1

SADOCC
Dienstag, 24. Nov. 2015, 19.00 Uhr gemeinsam mit der Buchhandlung Herder im Thomassaal der Dominikaner, Postgasse 4, 1010 Wien: Father Michael Lapsley, Mit den Narben der Apartheid, Vom Kampf für die Freiheit zum Heilen traumatischer Erinnerungen

Pax Christi Wien
trifft sich wieder am DIENSTAG, 1. Dezember 2015 um 18:00 Uhr in der Alten Burse, 1010 Wien, Sonnenfelsgasse 19 (U3 Stubentor).

Weihnachtsaktion der Wiener Friedensbewegung
am Mittwoch, 9. Dez. ab 17:00 Uhr auf dem Christkindl-Markt am Karlsplatz.

Josef Hader in der Akkonpfarre
Am Do., 14. Jänner 2016 liest Josef Hader aus „Indien“ um 19:30 Uhr in der Akkonpfarre, 1150  Wien, Oeverseestraße 2c, U3 Johnstraße, Eintritt Euro 20 (Euro 18 Vorverkauf) zu Gunsten der Projekte in Nicaragua. http://www.akkonplatz.at/

Ökumenische Gottesdienste Karl-Marx-Hof
finden jeweils Sonntag um 10:00 Uhr in den Räumen des PensionistInnenclubs, Eingang Grinzinger Straße, Ecke Heiligenstädter Straße statt: Sonn­tag, 29. November (Adventkranzweihe), 6. Jänner 2016 (Mittwoch, Heilig Drei König), 14. Februar, 6. März, 3. April, 1. Mai, 5. Juni, 3. Juli

E-Mail: friedenschristinnen@gmx.at pax.vienna@chello.at

http://www.friedenschristen.at.tf/ http://www.friedenschristinnen.at.tf/

 

BITTE UM SPENDEN

an Konto IBAN AT47 2011 1000 0403 2675, BIC GIBAATWW

Aktionsgemeinschaft Christen f. d. Friedensbewegung

DANKE!

 

Impressum: MedieninhaberIn, HerausgeberIn, VerlegerIn: Verein "Unterstützungsausschuss zur Förderung der Österreichischen Friedensbewegung", ZVR-Zahl 223988557, alle: 1170 Wien, Rosensteingasse 69/6. Gestaltung dieser Ausgabe: Andreas Pecha, Alois Reisenbichler, Manfred Sauer. Druck: Die Kopie, 1010  Wien, Franz Josefs-Kai 33 Offenlegung nach § 25 Mediengesetz: EigentümerIn: 100 % Verein "Unterstützungsausschuss zur Förderung der Österreichischen Frie­densbewegung". Blattlinie: Die Zeitung ist Organ des oben genannten Vereines. Sie tritt in ihren Ar­tikeln für Frieden, Abrüstung, Völkerverständigung und soziale Gerechtigkeit ein. Diese Zeit­schrift ist eine Plattform für den Dialog zu aktuellen Fragen der Friedenspolitik.

 

 

 

 

Unser gemeinsames Haus: Gabe und Aufgabe, Laudato si´ von Papst Franziskus

Österreichs Neutralität hat Zukunft!

Solidarität mit Flüchtlingen, Predigt von Kaplan Franz Sieder

 

 

Leider wurde bei der Druckausgabe beim Treffen von Pax Christi Wien ein falscher Wochentag angegeben:

Pax Christi Wien trifft sich wieder am DIENSTAG, 1. Dezember 2015 um 18:00 Uhr in der Alten Burse, 1010 Wien, Sonnenfelsgasse 19 (U3 Stubentor).

 

Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

 

Mit den besten Wünschen für ein schönes Wochenende und einen gesegneten Sonntag sowie
mit solidarischen Friedensgrüßen

 

Andreas Pecha und Alois Reisenbichler

Friedensbüro Wien

 

 

 

 

BETRIFFT FRIEDEN Nr. 5 / 2015

Informationsblatt der Christinnen u. Christen für die Friedensbewegung - Nr. 4/2015

 

Liebe Friedensfreundin, lieber Friedensfreund,

 

das nächste Treffen findet am

 

 Sonntag, dem 22. November 2015 in der Evang. Pfarrgemeinde H.B. Wien-West,
1150 Wien, Schwegler Straße 39 (U3 „Schwegler Straße“) statt.


Das Treffen beginnt um 14:30 Uhr.

 

Die Direktorin der Katholischen Sozialakademie Dr.in Magdalena Holztrattner spricht um 16:00 Uhr über „Die neue Umweltenzyklika von Papst Franziskus und seine prophetische Wirtschaftskritik“.

 

Am Sonntag, dem 3. Jänner 2016 gibt es um 18:00 Uhr einen Friedensgottesdienst zum Thema „AusländerInnen und Flüchtlinge“ mit Kaplan Franz Sieder im Wiener Stephansdom.

 

www.friedenschristinnen.at.tf

 

 

 

Unser gemeinsames Haus: Gabe und Aufgabe

Laudato si´ von Papst Franziskus

 

Auf dem Weg zu einer nachhaltigen Welt, in der allen Menschen ein Leben in Würde ermöglicht wird, schlägt der Papst in seiner Sozialenzyklika “Laudato si´” vier Handlungskriterien vor. Franziskus insistiert schon seit Längerem auf diesen Handlungskriterien. Sie finden sich bereits in Evangelii Gaudium (2013). Dies spricht für die Bedeutung, die er ihnen beimisst.

Wie könnten wir diese vier Handlungskriterien im Alltag anwenden? Einige Impulse:

 

 

1) Die Wirklichkeit ist wichtiger als die Idee.

 

Das Kriterium

 

Bildung und Wissen sind Mittel, um soziale Entwicklungsprozesse besser zu verstehen. Sie ermöglichen es, aus der Per­spektive einer ganzheitlichen Ökologie richtige Prioritäten zu setzen. Auffassungen und Ansätze, die nicht dazu dienen, eine nachhaltige Entwicklung und ein würdiges Leben für alle Menschen  zu ermöglichen, stehen bloß im Dienste ungerechter Machtverhältnisse und sind daher zu verwerfen.

 

Franziskus’ Beispiele

 

„Die menschliche Freiheit ist in der Lage, die Technik zu beschränken, sie zu lenken und in den Dienst einer anderen Art des Fortschritts zu stellen, der gesünder, menschlicher, sozialer und ganzheitlicher ist. (...) Die echte Menschlichkeit, die zu einer neuen Synthese einlädt, scheint inmitten der technologi­schen Zivilisation zu leben – gleichsam unmerklich, wie der Nebel, der unter der geschlossenen Tür hindurchdringt. Wird sie trotz allem eine fortwährende Verheißung sein, die wie ein zäher Widerstand des Echten hervorsprießt?“ (LS 112)

 

„Die Schwere der ökologischen Krise verlangt von uns allen, an das Gemeinwohl zu denken und auf einem Weg des Dialogs voranzugehen, der Geduld, Askese und Großherzigkeit erfordert, immer eingedenk des Grundsatzes: »Die Wirklichkeit steht über der Idee.«“ (LS 201)

 

Für die Reflexion

 

  • Welche Auffassungen und Ansätze sollten wir aufgeben, da diese weder die soziale Realität erklären noch helfen, diese zu verbessern?
  • Wo/wie können wir einen “zähen Widerstand des Echtens” praktizieren?

 

  • Wie könnten wir mit wem Dialog und Zusammenarbeit bestärken?

 

2) Das Ganze ist dem Teil übergeordnet.

 

Das Kriterium

 

Alles ist verbunden. Soziale und ökologische Fragen können nicht getrennt werden. Partielle Reflexionen über sozio-ökologische Prozesse führen dazu, falsche Handlungsprioritäten zu setzen und fördern nur die Interessen weniger Menschen.

 

Franziskus’ Beispiel

 

„Auf der anderen Seite neigt das Wirtschaftswachstum dazu, Automatismen zu erzeugen und zu »homogenisieren«, mit dem Zweck, Abläufe zu vereinfachen und Kosten zu verringern. Daher ist eine Wirtschaftsökologie notwendig, die in der Lage ist, zu einer umfassenderen Betrachtung der Wirklichkeit zu verpflichten. Denn »damit eine nachhaltige Entwicklung zustande kommt, muss der Umweltschutz Bestandteil des Entwicklungsprozesses sein und darf nicht von diesem getrennt betrachtet werden«[1]. Doch zugleich wird die dringende Notwendigkeit des Humanismus aktuell, der von sich aus die ver­schiedenen Wissensgebiete – auch das wirtschaftliche – zusammenführt, um eine umfassendere wie integrierendere Perspektive zu erhalten. Heute ist die Analyse der Umweltprobleme nicht zu trennen von einer Prüfung des menschlichen Umfelds, des familiären Kontextes, der Arbeitsbedingungen und der urbanen Verhältnisse sowie der Beziehung jedes Menschen zu sich selbst, welche die Weise bestimmt, wie er mit den anderen und mit der Umwelt in Beziehung tritt. Es gibt eine Wechselwirkung zwischen den Ökosystemen und den verschie­denen sozialen Bezugswelten, und auf diese Weise zeigt sich ein weiteres Mal, dass das Ganze dem Teil übergeordnet ist. (LS 141)

 

Für die Reflexion

 

  • Welche Mittel brauchen wir, um eine “integrierende Perspektive” zu gewinnen und zu erhalten?
  • Wo sehen wir Widersprüche zwischen ökologischen und sozialen Fragen? Wie könnten wir diese Widersprüche überwinden?

 

3) Die Zeit ist mehr wert als der Raum.

 

Das Kriterium

 

Dies zeigt sich insbesondere in einem strukturellen Widerspruch der Politik: Aktuelle Probleme verlangen nach gut ge­planten, mittelfristig entwickelten, manchmal ungeliebten Maßnahmen. Diese werden aber aus kurzsichtigen Gründen nicht getroffen.

 

Franziskus’ Beispiel

 

„Das Drama der auf unmittelbare Ergebnisse ausgerichteten politischen Planung, die auch von Konsumgesellschaften ver­treten wird, führt zu der Notwendigkeit, kurzfristig Wachstum zu erzeugen. Mit Rücksicht auf die Wahlen setzen die Regierungen sich nicht leicht der Gefahr aus, die Bevölkerung mit Maß­nahmen zu verärgern, die dem Konsumniveau schaden oder Auslandsinvestitionen gefährden können. Die Kurzsichtigkeit beim Aufbau der Macht bremst die Aufnahme eines Umweltprogramms mit weiter Perspektive in die öffentliche Tagesordnung der Regierungen. So vergisst man, dass »die Zeit mehr wert ist als der Raum«[2]; dass wir immer dann fruchtbarer sind, wenn wir uns mehr darum kümmern, Prozesse auszulö­sen, als Räume der Macht zu beherrschen. Die politische Größe zeigt sich, wenn man in schwierigen Momenten nach bedeutenden Grundsätzen handelt und dabei an das langfristige Gemeinwohl denkt. Diese Pflicht in einem Projekt der Nation auf sich zu nehmen, kostet die politische Macht einen ho­hen Preis.“ (LS 178)

 

Für die Reflexion

  • Wie und wo sollten und könnten wir Prozesse starten, die das Leben fördern, erhalten?
  • Welche Räume der Macht versuchen wir zu beherrschen und sollten wir verlassen?

 

4) Die Einheit wiegt mehr als der Konflikt.

 

Das Kriterium

 

Dieses Kriterium wirft ein Licht auf Situationen, in denen zwei oder mehrere Parteien streiten statt zu kooperieren. Wie etwa politische Institutionen und wirtschaftliche Unternehmen, die einander die Verantwortung für Armut und Umweltzerstörung zuschieben.

 

Die Einheit, die hier gemeint wird, ist keine falsche Harmonie, sondern vielmehr der Konsens und die Zusammenarbeit, die ermöglicht werden, wenn individuelle Interessen überwunden werden.

Konflikte dürfen in diesem Zusammenhang nicht mit notwendigen Konfrontationen verwechselt werden. Denn kritisiert werden hier bloße Machtkämpfe.

 

Franziskus’ Beispiel

 

„Die Politik und die Wirtschaft neigen dazu, sich in Sachen Armut und Umweltzerstörung gegenseitig die Schuld zuzuschie­ben. Was man jedoch erwartet, ist, dass sie ihre eigenen Fehler erkennen und Formen des Zusammenwirkens finden, die auf das Gemeinwohl ausgerichtet sind. Während die einen nur ver­zweifelt nach wirtschaftlicher Rendite streben und die anderen nur besessen darauf sind, die Macht zu bewahren oder zu stei­gern, haben wir als Ergebnis Kriege oder unlautere Vereinba­rungen, bei denen es beiden Teilen am wenigsten darum geht, die Umwelt zu schützen und für die Schwächsten zu sorgen. Auch hier gilt: »Die Einheit steht über dem Konflikt.«“ (LS 198)

 

Für die Reflexion

 

  • Was kann uns helfen, unsere eigenen persönlichen Interes­sen zu erkennen und zu benennen?
  • Wie können wir lernen, diese persönlichen Interessen in das Gemeinwohl zu integrieren?
  • Welche Einheit / wo / mit wem sollten wir anstreben?

 

 

TIPP:

Laudato si´- Sozialenzyklika von Papst Franziskus im Volltext: www.klimapilgern/laudatosi

15 seitiger Kommentar: www.klimapilgern/ksoe

 

 

 

Wiener Friedensbewegung zum
60. Geburtstag der Neutralität:

Österreichs Neutralität hat Zukunft!

 

Am 26. Oktober 1955 hat der Nationalrat das Bundesverfassungsgesetz über die Neutralität Österreichs beschlossen: "Die Friedensbewegung hat immer schon gefordert, dass Neutralitätspolitik als aktive Friedenspolitik  zu verstehen sei und die Hauptpunkte des Neutralitätsgesetzes zu repräsentie­ren habe: kein Beitritt zu Militärbündnissen und keine Stützpunkte in Österreich", sagte Andreas Pecha, Sekretär des Wiener Friedensbewegung

 

Die größte Gefahr für die immerwährende Neutralität sieht die Wiener Friedensbewegung in der Militarisierung der Europäi­schen Union. Daher fordert die Wiener Friedensbewegung den Austritt Österreichs aus der Europäischen Rüstungsagentur und den sofortigen Ausstieg aus den EU-Battle­groups.

 

Vor über 30 Jahren, am 22. Oktober 1983 gingen 100.000 Menschen in Wien mit den Forderungen „Entrüstet euch! Keine neuen Atomraketen! Für ein atomwaffenfreies Europa!“ auf die Straße. "Ein positives Beispiel für aktive Neutralitäts- und Friedenspolitik ist das außenpolitische Engagement für eine atomwaffenfreie Welt mit den ‚Humanitarian Pledge‘, der aktuell von 121 Staaten unterstützt wird. Wien ist wieder ein Treffpunkt für internationale Verhandlungen. Das muss ver­stärkt weitergeführt werden!", meinte Andreas Pecha von der Wiener Friedensbewegung.

 

Die Wiener Friedensbewegung unterstützte die Aktion Plattform 60 Jahre Neutralität „Frieden und Neutralität statt EU-Militarisierung!" beim Wiener Burgtheater.

 

 

 

 

Kaplan Franz Sieder

Solidarität mit Flüchtlingen

Predigt in Amstetten - St. Stephan am 21. Juni 2015

 

 

Es ist schon über 20 Jahre her als ich den berühmten öster­reichischen Psychiater Erwin Ringel nach Amstetten einge­laden habe, um einen Vortrag zu halten zum Thema „AusländerInnenproblematik“. Er hat im Hotel Gürtler vor 300 Zuhöre­rinnen und Zuhörern gesprochen.

 

Ich erinnere mich noch genau an einen Satz, den er damals gesagt hat. Der Satz heißt: „Wir müssen die Ängste der Men­schen bei uns ernst nehmen.“ Ich bekenne mich auch zu die­sem Satz und ich möchte daher einmal konkret die Frage stellen: Was sind die Ängste der Österreicherinnen und Österreicher – der Amstettnerinnen und Amstettner vor den AusländerInnen. Seit Professor Ringel in Amstetten war, sind die Ängste bezüglich der AusländerInnen noch größer ge­worden, weil sich die Zahl der Flüchtlinge noch vermehrt hat und heute niemand sagen kann, wann und ob dieser Flücht­lingsstrom abreißt. Was sind die Ängste konkret? Als erstes meine ich einmal die Angst vor dem Identitätsverlust – die Angst, dass einmal die AusländerInnen das öffentliche Leben zu sehr dominieren. Bei solchen, die Kinder in der Schule ha­ben, ist die Angst, dass durch die Ausländerkinder das schu­lische Niveau gedrückt wird. Als Arbeiterseelsorger muss ich auch feststellen, dass bei vielen Arbeiterinnen und Arbeitern eine subtile AusländerInnenfeindlichkeit vorhanden ist. Bei ihnen ist die Angst, dass sie ihnen die Arbeitsplätze wegneh­men und dass durch die ausländischen ArbeiterInnen das Lohnniveau gedrückt wird, weil sie bereit sind, zu allen Be­dingungen zu arbeiten. Es gibt da das Wort: „Der glückliche Sklave ist der größte Feind der Freiheit.“ Sie sind glücklich, weil sie überhaupt eine Arbeit haben. Es sind sicher noch viele andere Ängste da, die ich aufzählen könnte. Wir sollen diese vorhandenen Ängste nicht einfach in den Wind blasen, sondern wir sollen sie einmal ernst nehmen. Der Herr Strache versucht aus diesen Ängsten politisches Kapital zu schlagen und darum schürt er diese Ängste noch viel mehr. Wir können auch nicht alle Ängste auflösen, die das sind, oder sie weg­diskutieren. Wir müssen uns  diesen Ängsten auch stellen und teilweise müssen wir auch lernen, mit diesen Ängsten zu leben. Manche dieser Ängste sind auch unbegründet, aber sicher nicht alle.

 

Wie soll ein Christ / eine Christin mit dem AusländerInnenproblem umgehen= Wie sollen wir persönlich damit umge­hen? Und wie sollen wir uns verhalten zu den AusländerInnengesetzen, die gemacht wurden?

 

Die meisten von Ihnen wissen, wie christliches Handeln sein sollte. Wir haben dieses klassische Evangelium vom barm­herzigen Samariter gehört. Was möchte uns hier Jesus sa­gen? Ich denke, dass das jede und jeder versteht. Du sollst an einem Menschen, der wundgeschlagen wird und in Not ist, nicht vorübergehen. Du sollst ihm nach deinen Möglichkeiten helfen. Genau das ist das, was wir Empathie nennen. Empa­thie ist die Bereitschaft der Menschen, auch am Leid der an­deren Anteil zu nehmen. Wir könnten auch sagen: das gelebt oder nicht gelebte Liebe. Am Ende wird ein Mensch einmal von Gott danach beurteilt, ob er / sie die Liebe gelebt hat oder ob er / sie sie nicht gelebt hat. Eine entscheidende Frage, der wir nicht ausweichen dürfen, ist daher auch in der unserer gegenwärtigen Situation: Hast du ein Herz für die Leiden und Nöte der Ausländerinnen und Ausländer sowie der Flüchtlinge oder bist du eher ein AusländerInnenhasser?

 

Auch unser Sündenbegriff orientiert sich in erster Linie an dieser Gesinnung. Der Theologe Metz sagt: „Sünde ist nichts anderes als die Verweigerung der Menschen, am Leid des anderen Anteil zu nehmen.“ In der sogenannten Weltgerichtsrede identifiziert sich Jesus sogar mit den Fremden und er sagt: „Ich war fremd und du hast mich aufgenommen oder nicht aufgenommen.“ So wie es nicht immer leicht ist, Fremde aufzunehmen, so ist es in anderen Bereichen auch nicht immer leicht und lustvoll, die Liebe zu leben.  Vom heiligen Franz von Assisi stammt der Satz: Wenn Menschen anders sind, als du es dir wünscht, was du dann an Geduld und an Dienst aufbringst, das bist du – nicht mehr und nicht weni­ger.“

 

 In dieser Woche war in den OÖ Nachrichten zu lesen, dass der oberösterreichische Landeshauptmann Pühringer plötz­lich einen Schwenk gemacht hat und er für das Aussetzen der Asylverfahren und für das „Dichter-Machen“ der Grenzen ist. Man war von ihm eine solche Einstellung nicht gewohnt. Es ist populistisch, weil die Landtagswahlen vor der Türstehen und er Angst hat, dass er zu viele Wählerinnen und Wähler an die Freiheitlichen verliert. In der Zeitung hat ihn der Caritasdirektor und der Präsident der Katholischen Aktion an sein Christsein erinnert, weil er ja auch einmal Religions­lehrer gewesen ist. Sie richteten ihm aus, dass eine ausländerInnenfeindliche Gesinnung mit dem Christsein unvereinbar ist. Der Präsident der Katholischen Aktion sagte ihm: „Christ soll man nicht nur sein, wenn die Sonne schein.“

 

Wir haben es uns nicht ausgesucht, in welcher Zeit wir leben wollen. Unsere Vorfahren haben in der Zeit zweier Weltkriege gelebt und sie haben diese Herausforderung angenommen und haben versucht, ihr Christsein / Christin-Sein in dieser schweren Zeit zu leben. In unserer Zeit ist halt die Flüchtlingsproblematik eine Realität und eine Herausforderung für uns. Wegschauen ist unchristlich – es ist auch zu wenig, nichts gegen Flüchtlinge zu haben. Als Christinnen und Christen sollen wir nachdenken, wie wir mit unseren Möglich­keiten denen, die verwundet am Rand der Straße liegen, helfen und beistehen können. Die leichtere Hilfe ist, ihnen mit Liebe und Toleranz zu begegnen – ihnen Gastfreundschaft zu schenken und ihnen auch materiell zu helfen, wenn wir dies können. 

 

Der schwierigere Weg des Helfens ist die Räuberbekämpfung. Martin Luther King hat das gesagt in Bezug auf das Gleichnis vom barmherzigen Samariter. Er meinte, dass Nächstenliebe in der Intention von Jeus nicht nur darin be­steht, dass wir denen helfen, die ausgeplündert und verwun­det auf der Straße unseres Lebens liegen. Nächstenliebe im Sinn von Jesus heißt auch Räuberbekämpfung. Wir sollen die Räuber und Gauner bekämpfen, die die Menschen zur Flucht  zwingen. Wenn ich diese Räuber heute benenne, dann sind das einmal die Leute der Rüstungsindustrie und des Waffenhandels, die ein Interesse haben, das es Krieg gibt. Zu den Räubern zähle ich auch manche fanatische Islamprediger, die den Menschen einen falschen Gott verkünden – einen, der sie animiert zum Töten. Zu den Räubern zählt auch das un­menschliche neoliberale Wirtschaftssystem, das die Un­gleichheit in der Welt schafft, weil es die reichen Länder be­vorteilt und die armen Länder immer mehr in die Armutszone hineintreibt, sodass die Menschen dort keine andere Chance mehr haben, als zu flüchten, weil sie in ihrem eigenen Land keine Zukunft sehen. Niemand verlässt seine / ihre Heimat leichtfertig und flieht aus Jux und Tollerei, sondern nur, weil sein Leben durch Krieg oder Hunger bedroht ist. Die Welt ist tatsächlich ein schiefes Fußballfeld, wo die einen bergaufspielen müssen und die anderen spielen bergab. Wir in Österreich gehören zu denen, die bergab spielen. Die Men­schen in den Ländern, aus denen die Flüchtlinge kommen, müssen bergauf spielen. Millionen von Menschen sterben jedes Jahr den Hungertod auf den Schlachtfeldern des Kapita­lismus und Millionen von Menschen fliehen jedes Jahr, um dem Hungertod zu entkommen. Es ist zynisch und unfair, alle diese Flüchtlinge als Wirtschaftsflüchtlinge zu bezeichnen und sie wieder zurückzuschieben. Ich bin sehr glücklich, dass auch Papst Franziskus diese unmenschlichen, weltweiten Wirtschaftsstrukturen demaskiert und sagt, dass diese Wirt­schaft tötet. Es ist gelebtes Christentum, wenn wir den Flüchtlingen mit Wohlwollen, Toleranz und Hilfsbereitschaft begegnen. Es ist noch eine höhere Dimension des gelebten Christentums, wenn wir uns auch einsetzen für gerechtere Weltstrukturen – für eine Umverteilung von Reich zu Arm, für eine Politik, von der nicht die Reichen, sondern die Armen profitieren. Wir sollen an einer Zukunft arbeiten, wo niemand mehr fliehen muss, wo alle Menschen der Erde in einem Land leben können, wo ein menschenwürdiges Leben möglich ist. Wenn wir caritativ den Flüchtlingen helfen, gehen wir auch den Weg Jesu – wir gehen aber den Jesu dann auf einer ebenen Straße. Wenn wir uns einsetzen, dass unsere Welt gerechter wird und die Unrechtsstrukturen beseitigt werden, dann wir werden wir in der ganz sicher zu Außenseiterinnnen und Außenseitern, dann gehen wir mit Jesus bergauf – viel­leicht bergauf nach Golgatha. 

 

Buchtipp: Franz Sieder: Gegen den Strom

Das Buch „Gegen den Strom – Politische Predigten und Reden, Band 3“ kann bei der Solidarwerkstatt Linz, 4020  Linz, Walterstraße 15, office@guernica-ver­lag.at , Euro 17, bestellt werden.

 

 

 

Termine & Infos

 

 

Dr. Thomas Roithner: Schöne Götterfunken?
Sicherheitsinteressen, aktive Friedenspolitik, die internationale Unordnung und die militärische Entwicklung der EU

Das neueste Buch des Friedensforschers Dr. Thomas Roithner behandelt die  Europäische Union, die an mehreren Fronten kämpft. Buchstäblich und im übertragenen Sinn. Sie steckt in zahlreichen militärischen Auslandsein­sätzen, zappelt in der Grätsche zwischen Vermittlerin und Konfliktpartei in der Ukraine und dekliniert Migrationspolitik im Mittelmeer zunehmend militärischer. Die uneinige Außenpolitik der EU 28 offenbart sich an zahlreichen geostrategischen und damit einhergehend auch geoökonomischen Fragen. Wie soll eine neue EU - Sicherheitsstrategie im Spannungsfeld zwischenglobalem Interventionismus und postulierter Friedensmacht aussehen? Wie glaubwürdig ist die atomare Abrüstungspolitik mit zwei Nuklearwaffenstaaten in den eigenen Reihen? Was tun, wenn die BRICS-Staaten als „Gegenmacht“ zum Westen enger kooperieren? Wie soll die internationale Ordnung in einigen Dekaden aussehen? Welche Beiträge leistet Österreich und was könnte es leisten? www.thomasroithner.at

Paperback, 148 Seiten, ISBN 978-3-99049-493-6, € 9,90

oder Hardcover, 148 Seiten, ISBN 978-3-99049-493-3, € 19

 

 

KAB Vesper

Die Vesper der Katholischen ArbeitnehmerInnenbewegung St. Pölten findet jeden letzten Sonntag im Monat um 19:00 Uhr (Achtung: NEUER Beginn) im Jugendhaus Schacherhof in Seitenstetten (Bezirk Amstetten) statt.

 

 

Die Friedensinitiative 22

trifft sich immer am zweiten Dienstag im Monat um 19:00 Uhr in der Donau­citykirche, 1220 Wien, Donaucitystr. 2, U1 Kaisermühlen-VIC:

Di., 15. Dez., Syrien muss leben, Dr. Leo Gabriel

Di., 12. Jänner 2016, Der automatisierte Tod – neue Waffensysteme, neue Gefahren, Fred Sauer (OMEGA-IPPNW)

Di., 9. Feb., Spuren ins Heute – Texte und Lieder zum 80. Todestag von Karl Kraus, mit Ernst Toman

 

 

ACUS Amstetten

Montag, 23. November, 19:30 Uhr, Sumaya Farhat-Naser, „Israel-Palästina-Konflikt: Ist ein Friede möglich?“, Rathaussaal, 3300 Amstetten, Rathaus­straße 1

 

 

SADOCC

Dienstag, 24. Nov. 2015, 19.00 Uhr gemeinsam mit der Buchhandlung Herder im Thomassaal der Dominikaner, Postgasse 4, 1010 Wien: Father Michael Lapsley, Mit den Narben der Apartheid, Vom Kampf für die Freiheit zum Heilen traumatischer Erinnerungen

 

 

Pax Christi Wien

trifft sich wieder am DIENSTAG, 1. Dezember 2015 um 18:00 Uhr in der Alten Burse, 1010 Wien, Sonnenfelsgasse 19 (U3 Stubentor).

 

 

Weihnachtsaktion der Wiener Friedensbewegung

am Mittwoch, 9. Dez. ab 17:00 Uhr auf dem Christkindl-Markt am Karlsplatz.

 

 

Josef Hader in der Akkonpfarre

Am Do., 14. Jänner 2016 liest Josef Hader aus „Indien“ um 19:30 Uhr in der Akkonpfarre, 1150  Wien, Oeverseestraße 2c, U3 Johnstraße, Eintritt Euro 20 (Euro 18 Vorverkauf) zu Gunsten der Projekte in Nicaragua. http://www.akkonplatz.at/

 

 

Ökumenische Gottesdienste Karl-Marx-Hof

finden jeweils Sonntag um 10:00 Uhr in den Räumen des PensionistInnenclubs, Eingang Grinzinger Straße, Ecke Heiligenstädter Straße statt: Sonn­tag, 29. November (Adventkranzweihe), 6. Jänner 2016 (Mittwoch, Heilig Drei König), 14. Februar, 6. März, 3. April, 1. Mai, 5. Juni, 3. Juli

 

 

E-Mail: friedenschristinnen@gmx.at pax.vienna@chello.at

http://www.friedenschristen.at.tf/ http://www.friedenschristinnen.at.tf/

 

BITTE UM SPENDEN

an Konto IBAN AT47 2011 1000 0403 2675, BIC GIBAATWW

Aktionsgemeinschaft Christen f. d. Friedensbewegung

DANKE!

 

Impressum: MedieninhaberIn, HerausgeberIn, VerlegerIn: Verein "Unterstützungsausschuss zur Förderung der Österreichischen Friedensbewegung", ZVR-Zahl 223988557, alle: 1170 Wien, Rosensteingasse 69/6. Gestaltung dieser Ausgabe: Andreas Pecha, Alois Reisenbichler, Manfred Sauer. Druck: Die Kopie, 1010  Wien, Franz Josefs-Kai 33 Offenlegung nach § 25 Mediengesetz: EigentümerIn: 100 % Verein "Unterstützungsausschuss zur Förderung der Österreichischen Frie­densbewegung". Blattlinie: Die Zeitung ist Organ des oben genannten Vereines. Sie tritt in ihren Ar­tikeln für Frieden, Abrüstung, Völkerverständigung und soziale Gerechtigkeit ein. Diese Zeit­schrift ist eine Plattform für den Dialog zu aktuellen Fragen der Friedenspolitik.

 

 

 

[1]  Rio-Erklärung über Umwelt und Entwicklung, (14. Juni 1992), Grundsatz 4.

[2]  Apost. Schreiben Evangelii gaudium (24. November 2013), 222: AAS 105 (2013), S. 1111.



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